n8n vs. Make: Welche Automatisierung passt zu deinem Unternehmen?
In diesem Beitrag
Kurzantwort
Make ist eine naheliegende Option für visuelle Automatisierung in einer verwalteten Cloud. n8n kommt besonders infrage, wenn du individuelle Abläufe und die Wahl zwischen Cloud und eigenem Betrieb brauchst. Beide können Anwendungen verbinden und KI-Schritte einbauen. Die bessere Wahl hängt von deinen Schnittstellen, der Kostenlogik und der Person ab, die den Workflow später betreut.
Das ist eine redaktionelle Entscheidungshilfe auf Basis aktueller Anbieterinformationen, kein eigener Leistungstest beider Plattformen.
Kurzfazit
- Prüfe zuerst deinen Prozess und erst danach das Werkzeug.
- Vergleiche benötigte Aktionen, nicht die Gesamtzahl beworbener Integrationen.
- Make rechnet mit Credits, die kostenpflichtigen n8n-Tarife mit Workflow-Ausführungen.
- Eigener Betrieb schafft Verantwortung für Updates, Sicherungen und Ausfälle.
- Ein funktionierender Fehlerweg ist wichtiger als eine besonders kurze Demo.
Die wichtigsten Unterschiede im Überblick
Die Angaben wurden am 7. September 2026 anhand der Anbieterinformationen geprüft. Funktionen und Tarife können sich ändern. Die Einordnung der passenden Einsatzsituation ist unsere redaktionelle Bewertung.
| Entscheidung | n8n | Make |
|---|---|---|
| Betriebsmodell | Cloud und selbst betriebene Varianten | Verwaltete Cloud-Plattform |
| Kostenlogik | Kostenpflichtige Tarife orientieren sich an Workflow-Ausführungen | Credits für die ausgeführten Aktionen; Verbrauch hängt vom Ablauf ab |
| Individuelle Anbindungen | Vorhandene Bausteine, HTTP-Anfragen und eigener Code | Vorhandene Bausteine, HTTP-Anfragen und Erweiterungsmöglichkeiten |
| Verantwortung im Alltag | Bei eigenem Betrieb zusätzlich Infrastruktur und Updates | Plattformbetrieb beim Anbieter, Verantwortung für den eigenen Ablauf bleibt |
| Sinnvoller Prüfpunkt | Brauchen wir die zusätzliche technische Gestaltungsfreiheit? | Deckt der vorhandene Baukasten unsere konkrete Aufgabe gut ab? |
Quellen: n8n-Preise und Betriebsvarianten, Make-Preise und Funktionen
Wichtig: „n8n für Profis, Make für Anfänger“ wäre zu einfach. Auch ein visuell gebauter Ablauf kann fachlich kompliziert sein. Umgekehrt muss ein n8n-Projekt nicht vollständig selbst programmiert werden. Entscheidend sind Daten, Fehlerfälle und Verantwortlichkeiten.
Prüfe beide Werkzeuge an demselben Ablauf
Ein hypothetischer Anfrage-Workflow macht die Auswahl greifbar. Eine Anfrage kommt über ein Formular. Sie soll geprüft, einem bestehenden Kontakt zugeordnet, im CRM ergänzt und an die zuständige Person gemeldet werden.
Der Soll-Ablauf besteht aus vier Schritten:
- Eingang empfangen und Pflichtangaben prüfen.
- Vorhandenen Kontakt im CRM suchen.
- Einen Vorgang anlegen oder den bestehenden ergänzen.
- Die zuständige Person benachrichtigen.
Für beide Plattformen gelten dieselben Fragen: Gibt es den benötigten CRM-Zugriff? Kann der bestehende Kontakt eindeutig erkannt werden? Was passiert, wenn dieselbe Anfrage zweimal ankommt? Wie wird sichtbar, dass das CRM nicht erreichbar war?
Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, ist ein Vergleich sinnvoll. Eine fertige Verbindung zu deinem CRM kann trotzdem ungeeignet sein, wenn eine bestimmte Such- oder Schreibfunktion fehlt. Dann wird eine zusätzliche Schnittstellenanbindung nötig.
Wo passt KI in diesen Ablauf?
Eine KI könnte das Anliegen aus einem Freitext einer vereinbarten Kategorie zuordnen. Für die Übernahme einer E-Mail-Adresse oder eine klare Pflichtfeldprüfung brauchst du sie nicht. Ist die Kategorie unklar, sollte die Anfrage zur manuellen Prüfung gehen.
Die zusätzliche KI-Aufgabe verändert Kosten und Tests. Sie benötigt Beispieldaten, Qualitätskriterien und einen Umgang mit falschen Zuordnungen. Diese Arbeit entsteht unabhängig davon, welches Werkzeug den Ablauf verbindet.
n8n- und Make-Kosten richtig vergleichen
Die n8n-Preisliste beschreibt eine Abrechnung der kostenpflichtigen Tarife nach monatlichen Workflow-Ausführungen. Make verwendet Credits; gewöhnliche Modulaktionen werden in der Preisliste mit einem Credit beschrieben. Besondere Funktionen, KI-Nutzung und zusätzliche Dienste können die Rechnung erweitern. Quellen: n8n, Make
Ein vereinfachtes Rechenbeispiel, ausdrücklich keine Tarifzusage: Bei 1.000 Anfragen und jeweils einem vollständigen Workflow wären zunächst 1.000 n8n-Ausführungen zu betrachten. Werden in Make pro Anfrage vier mit jeweils einem Credit berechnete Aktionen ausgeführt, ergeben sich 4.000 Credits.
Die Zahlen sind keine direkt vergleichbaren Preise. Ein produktiver Ablauf kann zusätzliche Suchaktionen, mehrere Datensätze, Verzweigungen oder Wiederholungen erzeugen. Prüfe deshalb den Verbrauch an einem repräsentativen Durchlauf und rechne ihn mit dem erwarteten Volumen hoch. Ergänze danach Einrichtung, Pflege und externe Dienste.
Bei selbst betriebenem n8n darf die Rechnung nicht bei einer möglichen Plattformgebühr enden. Auch Server, Sicherungen, Updates und Arbeitszeit gehören zum Betrieb. Ein kleines Unternehmen ohne technische Zuständigkeit sollte diese Aufgaben vor einer Entscheidung ausdrücklich einplanen.
Cloud oder Self-Hosting ist auch eine Teamentscheidung
Self-Hosting bedeutet, dass du die Anwendung in einer selbst gewählten Umgebung betreibst. Es beantwortet nicht automatisch, wer sie aktuell hält oder bei einem Ausfall wiederherstellt. Auch angebundene Dienste können weiterhin Daten außerhalb dieser Umgebung verarbeiten.
Für viele Teams ist deshalb die bessere erste Frage: Wer darf den Workflow ändern und wer kann einen Fehler beheben? Gibt es dafür intern Erfahrung, kann mehr technische Gestaltungsfreiheit sinnvoll sein. Fehlt sie, muss der Betrieb verständlich und verlässlich organisiert werden.
Die Anbieter stellen ihre jeweiligen Stärken unterschiedlich dar. n8n betont Gestaltungsfreiheit und Betriebsoptionen, Make den visuellen Aufbau und die verwaltete Plattform. Solche Vergleiche sind Anbieterpositionen. Prüfe konkrete Funktionen immer in der aktuellen Dokumentation beziehungsweise Tarifübersicht. Quellen: n8n-Vergleich, Make-Vergleich
Eine Entscheidungsmatrix für dein Team
Nutze die folgende Matrix als Gesprächsgrundlage. Sie ist kein allgemeingültiges Punktesystem.
| Deine Ausgangslage | Naheliegender nächster Schritt |
|---|---|
| Standardanwendungen, überschaubarer Ablauf, kein eigener Serverbetrieb gewünscht | Make und n8n Cloud anhand desselben kleinen Prozesses prüfen |
| Eigene Betriebsumgebung ist eine feste Anforderung | Selbst betriebenes n8n samt Verantwortlichkeiten und benötigten Funktionen prüfen |
| Viele individuelle Datenformate und zusätzliche Logik | Technischen Prototyp bauen, bevor du dich auf einen Tarif festlegst |
| Bereits funktionierende Make- oder n8n-Abläufe vorhanden | Konkreten Mangel prüfen, bevor du eine Migration startest |
| Prozess, Ziel und Zuständigkeit noch unklar | Zuerst den Ablauf abgrenzen, danach Werkzeuge vergleichen |
Ein bestehender Workflow muss nicht ersetzt werden, nur weil das andere Werkzeug mehr Aufmerksamkeit bekommt. Ein Wechsel verursacht eigene Arbeit: Zugänge, Datenzuordnungen, Fehlerwege und Tests müssen erneut geprüft werden.
Was sollte vor der Freigabe funktionieren?
Teste einen normalen Eingang, einen unvollständigen Eingang und einen doppelten Eingang. Ergänze einen Fall, in dem das Zielsystem ausfällt. Dein Team sollte bei jedem Fall erkennen können, ob die Aufgabe erledigt wurde und was als Nächstes zu tun ist.
Dokumentiere außerdem die verwendeten Konten, benötigten Berechtigungen und die verantwortliche Person. Konten sollten dem Unternehmen gehören; technische Partner erhalten passende Zugänge. Ein Workflow, den später niemand verwalten kann, ist keine gute Übergabe.
Häufige Fragen zu n8n und Make
Ist n8n immer günstiger?
Nein. Das hängt von Ausführungen, benötigtem Tarif, Betriebsmodell und Betreuung ab. Die Kostenlogik pro Workflow kann bei bestimmten Abläufen passen, beweist aber noch keinen niedrigeren Gesamtaufwand.
Kann Make auch komplexe Abläufe umsetzen?
Die Plattform bietet unter anderem Verzweigungen und Anbindungen an externe Systeme. Ob dein konkreter Ablauf gut abbildbar bleibt, musst du anhand der benötigten Funktionen prüfen. „Visuell“ bedeutet nicht automatisch „nur für einfache Aufgaben“.
Brauchen wir überhaupt eine zusätzliche Plattform?
Vielleicht nicht. Wenn dein bestehendes CRM oder Formularsystem den Ablauf bereits zuverlässig ausführt, kann diese Funktion ausreichen. Eine zusätzliche Plattform sollte ein konkretes Problem lösen.
Einschätzung von Hannes Meyer
„Die beste Plattform ist die, mit der dein Team einen nachvollziehbaren Ablauf betreiben kann. Für die Entscheidung ist ein kleiner Prototyp mit echten Ausnahmefällen hilfreicher als ein pauschaler Funktionsvergleich. Er zeigt, welche Arbeit im Alltag tatsächlich bleibt.“
Hannes Meyer, 9DREI Studio
Wie unterstützt 9DREI Studio bei der Auswahl und Umsetzung?
9DREI plant Workflow-Automatisierung mit passenden Werkzeugen. Wenn n8n zu deinem Prozess passt, begleiten wir dich als n8n-Agentur von der Schnittstelle bis zur Übergabe.
Besprich deinen Ablauf mit uns. Nenne die beteiligten Anwendungen, das gewünschte Ergebnis und die Stelle, an der heute Handarbeit entsteht. So lässt sich die Werkzeugfrage an deinem tatsächlichen Bedarf beantworten.
Fazit
Vergleiche n8n und Make an einem konkreten Prozess, einschließlich Kosten, Ausnahmen und Betreuung. Ein dokumentierter, zuverlässig betreibbarer Ablauf ist das Ziel. Die Plattform ist das Werkzeug dafür.
Quellen
- n8n: Preise und Betriebsvarianten
- Make: Preise, Credits und Funktionen
- n8n: eigener Vergleich mit Make
- Make: eigener Vergleich mit n8n
Aktualisierung
Erstellt und Anbieterinformationen geprüft am 7. September 2026. Die Beispielrechnung ist bewusst vereinfacht. Tarifgrenzen und tatsächlicher Verbrauch müssen für den konkreten Workflow geprüft werden.